Modellautos fotografieren
.

Tutorial "Autofotografie"

Gern würde ich an dieser Stelle auch einen kleinen Leitfaden zum Thema Autofotografie einfügen. Drei Gründe sprechen jedoch dagegen:

 

  1. Auto-Shooting werden zunehmend vom Computer übernommen, indem die sowieso vorhandenen Konstruktionsdaten "nur noch" dem Anlass entsprechend gerendert werden.
  2. Mein Studio und meine Lampen sind viel zu klein.
  3. Eigentlich habe ich keine Ahnung von der Materie.

Allerdings wollte ich mich von Punkt 3 nicht ins Bockshorn jagen lassen. Nicht zuletzt sind wir ja alle hier, um was zu lernen. Das gilt auch für mich, frei nach dem Motto: Versuch macht kluch!

 

Zu dem Zweck konnte ich also meine eigenen Autos nicht nehmen (zu groß, zu dreckig) und haben mir die meines Sohnes ausgeliehen, einen 65er Ferrari 250 Le Manc und einen gepimpten VW Typ 2, die im Laufen ihres langen Lebens bei irgendeiner Wäsche mal heftig eingelaufen sein muss. Ein Blick auf die Bodengruppe der Fahrzeuge gab dann auch bekannt, dass der Ferrari im Originalzustand vor 40 Jahren noch 18x größer gewesen sein muss, der Bully sogar 24x.

 

Ferrari 250 LeMancBully

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um es also unseren Vorbildern, den großen Autofotografen, gleich zu tun, ist also, ähnlich wie bei "Per Anhalter durch die Galaxis" nicht die 42, sondern die 18 bzw. die 24 die Antwort auf alle Fragen. Denn eben in diesem Verhältnis müssen wir alles runterrechnen, was für die Umsetzung dieser Aufnahme notwendig ist, vorausgesetzt, wir wollen den Kleinen fotografieren wie nen Großen.

 

Als da wären:

  • Kamera: die ist und bleibt leider nun mal so groß wie sie ist, egal ob unser Auto nun 4 Meter oder nur 0.22 Meter lang ist. Da hilft es auch nicht auf eine Minox umzusteigen.
  • Die Lampen: In dem Fall haben wir mal Glück. Zumindest meine Softboxen geben im Größenverhältnis das her, was "echte" Autofotografen nur mit 10 Meter langen Lichtwannen bewerkstelligen können.
  • Die Perspektive: Der wichtigste Punkt, um dem Betrachter den Eindruck zu vermitteln, er stünde vor einem richtigen Auto. Dazu müssen wir uns überlegen, wie wir wohl als Fotografen vor einem richtigen Wagen stehen würden. Den Aufnahmeabstand würden wir wohl so wählen, dass wir den Wagen vollformatig im Sucher haben. Okay, das kann jeder frei wählen, indem er ran- oder wegzoomt. Allerdings verzerren wir den Wagen auch 18x schneller, wenn wir eine zu kurze oder zu lange Brennweite nehmen. Daher habe ich mich für die so genannte Normalbrennweite entschieden. Bei einem Großen stünde ich nun etwa zwei Wagenlänge entfernt und hätte die Aufsicht, die einem ca. 1.80m großen Mitteleuropäer entspricht. Damit haben wir also auch schon den Kamerastandpunkt für unsere Kleinen: Aufnahmeabstand ca. 50cm, Kamerahöhe max. 10cm, beim Bully sogar noch näher und tiefer.

Zudem macht es einen großen Unterschied, ob wir die Fahrzeuge in einer "geleckten" Studioatmosphäre oder "On Location" fotografieren. In den folgenden Beispielen habe ich beides mal versucht und die so gewonnenen Erkenntnisse lassen sich durchaus auf die Großen übertragen.

 

Weiter zum Indoor-Autoshooting...

.